12.04.2010 um 18:30 Uhr
Abtei Neumünster, Saal A22, 28 rue Münster 2160 Luxemburg

Europas Staaten und Gesellschaften im Umgang mit Einwanderern

Im Rahmen von Ansichtssache - Migranten in Europa
Europas Staaten und Gesellschaften im Umgang mit Einwanderern

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Europas Staaten und Gesellschaften im Umgang mit Einwanderern

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Montag,12.04.2010
18:30 Uhr

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Abtei Neumünster, Saal A22

In Deutsch und Französisch mit Simultanübersetzung | Eintritt frei

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Die Themen Migration und Integration sind heute aktueller denn je. Personenfreizügigkeit, Asylrecht und Einbürgerung oder auch die „Identität“ der Aufnahmeländer sind nur einige Fragen, die die politisch Verantwortlichen und die Zivilgesellschaften gleichermaßen beschäftigen. Trotz der engeren europäischen Zusammenarbeit im Bereich Asyl und Einwanderung ist der Umgang mit Migration und Migranten weiterhin eng mit der Geschichte sowie der aktuellen Wirtschafts- und Gesellschaftslage der einzelnen Mitgliedsstaaten verbunden.

Die Podiumsdiskussion, moderiert von rainer Ohliger, behandelt das Thema aus Sicht der Aufnahmeländer. Wie gehen die europäischen Staaten und Gesellschaften mit Migranten um?

Gemäß seiner Ausrichtung interessiert sich das Institut Pierre Werner besonders für die Situation in Frankreich, Deutschland und Luxemburg. Die Wahrnehmung von Migration und Migranten in diesen drei Ländern schildern Nicolas Schmit, Minister für Arbeit, Beschäftigung und Immigration, der französische Politikwissenschaftler Alexis Spire, der deutsche Ausstellungskurator Jan Werquet sowie der luxemburgische Fotograf und Blogger Paulo Lobo.

Rainer Ohliger, geb. 1967, studierte Geschichte, Betriebswirtschaftslehre und Demographie an der Universität Freiburg und an der University of Michigan, Ann Arbor. Von 1995 bis 2004 arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Humboldt-Universität zu Berlin im Bereich Sozialwissenschaften. In den Jahren 2004 bis 2007 war er European Associate Director der europäisch-amerikanischen Organisation Humanity in Action, Inc. Im Jahr 2001 gehörte er zu den Gründern des Netzwerks Migration in Europa e.V., in dessen Vorstand er seitdem Mitglied ist.
Das interdisziplinäre Netzwerk fördert den Austausch unter Experten, den Meinungsaustausch/Meinungsvermittlung von Studenten, Schülern sowie Institutionen, die in verschiedenen Bereichen aktiv sind. Das Forum nimmt besonders Probleme wie (gezwungene) Migration, Menschenrechte, Minderheiten, etc. in den Focus.
Ohligers Arbeitsgebiete (Forschung, Beratung, Informationsvermittlung) umfassen, internationale und historische Migration, interethnische Beziehungen sowie historisch-politische Bildung. Jüngere Publikationen umfassen: European Encounters: Migrants, Migration and European Societies since 1945. Aldershot: Ashgate, 2003 (hg. mit Karen Schönwälder und Triadafilos Triadafilopoulos) und Cross Over Geschichte: Historisches Bewusstsein Jugendlicher in der Einwanderungsgesellschaft. Hamburg: edition Körber, 2009 (zusammen mit Viola Georgi).

Alexis Spire ist promovierter Soziologie und arbeitet seit 2003 als Wissenschaftler am „Centre d’Etudes et de Recherches Administratives, Politiques et Sociales“ (CERAPS) der Universität Lille 2. Seine Forschungsschwerpunkte sind Geschichte und Soziologie der Migrationspolitik sowie Staatssoziologie. Derzeit konzentriert er seine Forschungstätigkeit auf Fragen der sozialen Gepflogenheiten innerhalb der Verwaltungsgerichtsbarkeit, insbesondere im Bereich der Immigration, und die neuen Grenzen in der französischen Gesellschaft. Das 2008 erschienene Buch „Accueillir ou reconduire. Enquête sur les guichets de l’immigration“ (Paris, Raisons d’agir) gehört zu seinen jüngsten Veröffentlichungen zum Thema Migration.

Jan Werquet, 1972 in Trier geboren, studierte Kunstgeschichte, Geschichte und Klassische Archäologie an der Universität Trier und der Freien Universität Berlin. Nach seiner Promotion über die Baupolitik Friedrich Wilhelms IV. im Rheinland absolvierte er ein Forschungsstipendium am Zentralinstitut für Kunstgeschichte in München. Derzeit ist er als Kurator am Deutschen Historischen Museum Berlin tätig, wo er die Ausstellung „Fremde? Bilder von den ‚Anderen‘ in Deutschland und Frankreich seit 1871“ (16. Oktober 2009 bis 21. Februar 2010) mitbetreute. Das Ausstellungsprojekt wurde in Zusammenarbeit mit der Cité nationale de l’histoire de l’immigration in Paris initiiert. Dort war die Ausstellung zuvor unter dem Titel „A chacun ses étrangers? France-Allemagne de 1871 à aujourd’hui“ zu sehen.

Nicolas Schmit, 1953 in Differdange geboren, ist promovierter Wirtschaftswissenschaftler und seit Juli 2009 Minister für Arbeit, Beschäftigung und Immigration im Kabinett Juncker-Asselborn II. Im EU-Ministerrat vertritt er die luxemburgische Regierung in den Ratsformationen „Beschäftigung, Soziales, Gesundheit und Verbraucherschutz“ in den zwei ersten Politikbereichen sowie „Justiz und Inneres“ im Bereich Immigration. Zuvor war er von 1998 bis 2004 ständiger Vertreter Luxemburgs bei der Europäischen Union in Brüssel. Zwischen 2004 und 2009 war Schmit Delegierter Minister für auswärtige Angelegenheiten und Immigration.

Paulo Lobo, 1964 in Portugal geboren, emigriert im Alter von sechs Jahren mit seinen Eltern nach Luxemburg. Bereits in jungen Jahren begeistert er sich für die Fotografie, die er sich zunächst als Autodidakt vertraut macht. Später besucht er zahlreiche Kurse und Workshops und engagiert sich zudem im Fotoclub Differdange. Seit Mai 2007 ist er Chefredakteur des luxemburgischen Magazins „Wunnen“, das alle zwei Monate erscheint und sich den Themen Bauen und Wohnen widmet. Paulo Lobos Fotografien wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt. Seit September 2005 betreibt er zwei Blogs: „Voyages en suspens“ (http://paulolobo.blogspot.com) und „Terra de vida“ (http://terradevida.blogspot.com). Letzterer ist in Zusammenarbeit mit dem Fotografen Jérôme Melchior entstanden und handelt von den verschiedenen Kulturen in Luxemburg.

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Organisiert vom IPW in Zusammenarbeit mit dem Centre de Documentation sur les Migrations Humaines und mit der Unterstützung des CCRN

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