02.12.2021 um 19:00 Uhr
Abtei Neumünster, 28, rue Münster, Luxemburg-Grund

„Canoës“ – Gespräch mit Maylis de Kerangal

„Canoës“ – Gespräch mit Maylis de Kerangal

« Canoës » – Gespräch mit Maylis de Kerangal

Moderation: Alexandre Gefen

Donnerstag, 2. Dezember 2021
19:00 Uhr
Abtei Neumünster

In französischer Sprache

Eintritt frei

Um Anmeldung wird gebeten per E-Mail : billetterie@neimenster.lu

oder telefonisch: +352  26 20 52 444

„CovidCheck“ – Veranstaltung

 

„Nach dem sehr schönen Réparer les vivants (Das Lebendige reparieren), nach Naissance d’un pont (Geburt einer Brücke), kehrt Maylis de Kerangal mit einer Sammlung von acht Kurzgeschichten über die Stimme zurück. Die Stimmen von Frauen, die von ihrem Leben, ihren Sehnsüchten, ihren Brüchen und ihrem Schweigen erzählen.“

Léa Salamé, France Inter

Im Rahmen des Kolloquiums „Das Unbehagen der Gegenwart. Gesellschaft und Subjektivität in der französischen Literatur 1990 – 2020“ wird Maylis de Kerangal ihren neuesten Roman „Canoës“ (Kanus) (Gallimard, 2021) vorstellen und einen Überblick über ihr gesamtes Werk geben. Für ihre Arbeit wurde sie bereits mehrfach ausgezeichnet: Ihr Roman „Naissance d’un pont“ erhielt 2010 den Médicis-Preis (Verticales, 2010) und wurde mit dem Franz-Hessel-Preis ausgezeichnet; im selben Jahr wurde er für die Prix Fémina, Prix Goncourt und Prix de Flore ausgewählt. Ihr Roman „Tangente vers l’Est“ (Tangente nach Osten) stand auf der Shortlist für den Prix Orange du Livre 2012. Im Jahr 2014 erhielt „Réparer les vivants“ (Verticales), Grand Prix RTL Lire, außerdem den France Culture-Télérama Student Novel Prize und den Prix Orange du Livre. Der Text wurde von dem Schauspieler Emmanuel Noblet adaptiert, inszeniert und auf der Bühne aufgeführt und für das Kino aufbereitet. Im selben Jahr wurde sie von der Académie Française mit dem Grand Prix de Littérature Henri-Gal für ihr Gesamtwerk ausgezeichnet.

Maylis de Kerangal selbst beschreibt ihre Arbeit und ihren neuesten Roman „Canoës“ wie folgt:

„Ich habe „Canoës“ als einen Roman in Teilen konzipiert: eine zentrale Novelle, ‚Mustang‘, und um sie herum, wie Satelliten, sieben Geschichten. Alle sind miteinander verbunden, alle sprechen miteinander, und alle gehen von demselben Wunsch aus: die Natur der menschlichen Stimme, ihre Materialität, ihre Kräfte zu erforschen und eine Art Stimmwelt zu komponieren, voller Echos, Vibrationen und Restspuren. Jede Stimme wird in einem Moment der Störung eingefangen, wenn ihr Klang sich abnutzt oder mutiert, sich abgrenzt oder verschmilzt, manchmal durcheinander gerät oder bricht, wenn eine Mailbox oder ein Mikrofon ihre Sprache filtert, aufzeichnet oder auslöscht. Ich wollte eine Frequenz abfangen, einen Atemzug einfangen, eine Note in einem Buch festhalten, das einem Stamm von Frauen einen Ehrenplatz einräumt – Frauen jeden Alters, einsame, verträumte, wortgewandte, verfolgte oder randständige. Sie nehmen den ganzen Platz ein. Vor allem wollte ich meine Stimme unter ihnen finden, sie so genau wie möglich zu Gehör bringen, ein ‚Ich‘ finden, so nah wie möglich.“

An diesem Abend wird sich die Autorin mit Alexandre Gefen unterhalten, Forschungsleiter am CNRS (UMR Thalim/Universität Paris 3 – Sorbonne nouvelle). Er arbeitet in den Bereichen Literaturtheorie, zeitgenössische Literatur und Ideengeschichte, Schriften und Digital Humanities. Er ist zudem Literaturkritiker.

Pressestimmen

„Das Werk, das Maylis de Kerangal Buch für Buch aufbaut, ist faszinierend. […] Canoës ist ein Roman, den ich verschlungen habe und der mich nicht mehr loslässt. Ein Roman in Stücken über die Stimme und was sie suggeriert, über Zerbrechlichkeit und was wir damit tun, über die Freiheit dieser Leben, an die wir uns manchmal anpassen müssen. Acht wunderbare Kurzgeschichten. Eine Freude zu lesen.“

François Busnel, La Grande Librairie  

„An Bord ihres Papierkanus fährt Maylis de Kerangal flussaufwärts zu den Quellen der Schrift, eine Jägerin und Sammlerin von Sätzen von roher Musikalität.“

Élisabeth Philippe, L’Obs

„Eines ist klar: Alle diese Frauen haben dieselbe unnachahmliche Stimme, die aus der Tiefe kommt, lebendig und matt, labil und fest, die Stimme von Maylis de Kerangal, einer Geologin, die uns vertraute Geschichten erzählt und uns gleichzeitig das Echo der Fremdheit hören lässt, die sie verbirgt. Prächtig.“

Astrid de Larminat, Le Figaro Littéraire

 

Organisiert vom Institut Pierre Werner in Kooperation mit der Universität Luxemburg, der Universität des Saarlandes, der Universität Trier und der Universität der Großregion.

Unterstützung: neimënster

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