02.05.2018 um 20:30 Uhr
Cinémathèque de la Ville de Luxembourg

50 Jahre 68 – „Der Polizeistaatsbesuch“ und „Nicht löschbares Feuer“

50 Jahre 68 – „Der Polizeistaatsbesuch“ und „Nicht löschbares Feuer“

„Der Polizeistaatsbesuch“ & „Nicht löschbares Feuer“

Filmvorführungen

Mittwoch, 2. Mai 2018 Ÿ
20:30 Uhr

Cinémathèque de la Ville de Luxembourg Ÿ

In deutscher Sprache

Eintritt: 3,70 € / 2,40 €

www.luxembourg-ticket.lu

 

Der Polizeistaatsbesuch – Beobachtungen unter deutschen Gastgebern

BRD 1967 | vo | 44’ | Dokumentation von Roman Brodmann

Eigentlich wollte Regisseur Roman Brodmann einen heiter ironischen Film drehen: eine Fernsehreportage für den SDR über den Deutschlandbesuch des persischen Schahs Reza Pahlevi im Sommer 1967. Dann holen die Ereignisse Brodmann ein: In Berlin bereiten die Studenten der Freien Universität den Protest vor, sie verteilen Informationen über das autokratische Unrechtsregime des Schahs. Am 2. Juni 1967 schließlich fällt während der Proteste vor der Oper in Berlin ein Schuss. Opfer der Polizeigewalt: der Student Benno Ohnesorg.

Brodmann ist der einzige, dessen Kamera diesen schicksalhaften Moment einfängt – einen Moment, der als Auftakt der deutschen Studentenrevolte in die Geschichte eingehen wird. So erweist sich sein Film in der Rückschau als ein einzigartiges Zeitdokument: als ein hellsichtiges Porträt der bundesdeutschen Gesellschaft am Vorabend von 1968.

 

Nicht löschbares Feuer

BRD 1969 | vostang | 25’ | c | Dokumentation von Harun Farocki

1968 flog Harun Farocki mit siebzehn weiteren Studenten wegen rebellischer Umtriebe von der Berliner Filmakademie; ein Jahr später entstand „Nicht löschbares Feuer“, der wichtigste Agitprop-Film der Antivietnamkriegsbewegung.

„Ein Traktat über Napalm-Produktion, Arbeitsteilung und fremdbestimmtes Bewußtsein von brechtischer Kargheit, lehrhaft im Stil, schneidend in der Diktion: heute ein Dokument für den pädagogischen Rigorismus der 68er, aber auch für ihr Vermögen, komplizierte Zusammenhänge so zu erhellen, daß Kapieren und Agieren für viele der Generation zu einer selbstverständlichen Einheit wurden.“ (Klaus Kreimeier, Die Zeit)

 

Die Zeithistorikerin Meike Vogel (Universität Bielefeld) wird in beide Filme einführen.

 

Organisiert vom Institut Pierre Werner in Zusammenarbeit mit der Cinémathèque de la Ville de Luxembourg und dem Tageblatt

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