13.03.2019 um 18:30 Uhr
Cinémathèque, 17, Place du Théâtre, Luxembourg-Centre

Waldheims Walzer – Film – LUX Filmfest

Waldheims Walzer – Film – LUX Filmfest

Waldheims Walzer

Mittwoch, 13. März 2019
18:30 Uhr

Cinémathèque

Originalfassung mit französischen Untertiteln

Tickets hier erhältlich

 

Im Rahmen des Luxfilmfest

 

Festivalbesucher/-innen sind auf einen öffentlichen Umtrunk (18 Uhr) vor der Vorstellung eingeladen. Nach dem Film steht Gregor Schusterschitz, Österreichischer Botschafter in Luxemburg, für eine Frage- und Antwortrunde zur Verfügung.

 

Waldheims Walzer

Österreich 2018 | OmfrzU | 93′ | von Ruth Beckermann

„Waldheims Walzer‟ dokumentiert, wie während des Wahlkampfs des ehemaligen UN-Generalsekretärs Kurt Waldheim um das Amt des österreichischen Bundespräsidenten im Jahr 1986 die Lücken in dessen Kriegsbiografie vom Jüdischen Weltkongress in New York aufgedeckt wurden. Obwohl er dies leugnete, zeigten neu veröffentlichte Dokumente eindeutig, dass Waldheim als Offizier der Wehrmacht im besetzten Griechenland an der Massendeportation von Juden beteiligt war. Diese Anschuldigungen führten in Österreich zu nationalem Schulterschluss, antisemitischen Ausschreitungen – und schließlich zu Waldheims Wahl. Mit internationalem Archivmaterial sowie selbst gedrehten Videoaufnahmen analysiert Ruth Beckermann den Zusammenbruch der österreichischen Lebenslüge, „erstes Opfer der Nazis“ gewesen zu sein. Ein Film über die Mechanismen der Mobilisierung hetzerischer Gefühle, über Lügen, Wahrheit und „alternative Fakten“, der es mühelos gelingt den Bogen zu zeitaktuellen Themen der postfaktischen Ära in der wir leben zu schlagen.

 

Trailer des Films:

 

Kommentar der Regisseurin:

„Als ich das Material, das ich vor 30 Jahren bei Demonstrationen gegen Waldheim gedreht hatte, wieder sah, war ich schockiert. Hatte ich vergessen, wie leicht Emotionen gegen andere geschürt und von populistischen Politikern benutzt werden können? In Waldheims Walzer versuche ich zu analysieren, was damals los war. Und was uns heute leider bekannt vorkommt, wenn wir an Trump, Kurz, Strache und andere Meister der „alternativen Fakten“ und des Populismus denken.“ Ruth Beckermann

 

Pressestimmen:

„Angesichts der Erfolge von Donald Trump, Marine Le Pen, der AfD in Deutschland und einer Koalition von ÖVP und FPÖ in Österreich bekommen die Kontroversen um den ehemaligen UNO-Generalsekretär noch einmal eine andere Bedeutung. […] So erweist sich Beckermanns Film als eindringliche und gerade heute wieder aktuelle Illustration von Brechts Diktum: »Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch.«“ Sascha Westphal, epd Film, 21/09/2018

„Beckermanns Found-Footage-Doku ist nicht nur brisant politisch, sondern auch packend, pointiert und immens unterhaltsam.“ kurier.at, 04/10/2018

 

Biografie der Autorin:

Ruth Beckermann wurde 1952 als Tochter Holocaustüberlebender in Wien geboren, wo sie auch ihre Kindheit verbrachte. Nach ihrem Studium der Publizistik und Kunstgeschichte in Wien, Tel Aviv und New York promovierte die heutige Vorsitzende der Interessengemeinschaft Österreichischer Dokumentarfilm 1977 an der Universität Wien in Philosophie. 1978 gründete sie mit zwei Kollegen den Verleih Filmladen mit und begann ihre Karriere als unabhängige Filmemacherin und Autorin. In ihrem filmischen Werk beschäftigt sie sich immer wieder mit jüdischen Erzählungen von Verlust und Identität. Ihr Dokumentarfilm Jenseits des Krieges (1996) über deutsche Weltkriegsveteranen trug entscheidend zur Dekonstruktion des Mythos der „guten Wehrmacht“ bei. 2018 lief bereits ihr Dokumentarfilm Die Geträumten auf dem Luxembourg City Film Festival.

 

Organisiert vom Institut Pierre Werner in Zusammenarbeit mit Luxfilmfest und der Vertretung der Europäischen Kommission in Luxemburg

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