24.04.2013 um 18:30 Uhr
Abtei Neumünster, Saal J. Ensch, 28, rue Münster, Luxemburg-Grund

Josef Winkler – Lesung “Mutter und der Bleistift” und “Wortschatz der Nacht” und Gespräch

Organisiert vom Institut Pierre Werner mit Unterstützung des Centre Culturel de Rencontre Neumünster
Josef Winkler – Lesung “Mutter und der Bleistift” und “Wortschatz der Nacht” und Gespräch

 

Josef Winkler

Lesung “Mutter und der Bleistift” und “Wortschatz der Nacht”

und Gespräch mit Dr. Paul Rauchs

Mittwoch, 24. April 2013
18:30 Uhr

Im Institut Pierre Werner las Josef Winkler aus seinen beiden neuesten Prosatexten “Wortschatz der Nacht“ (Februar 2013, Suhrkamp) und “Mutter und der Bleistift” (April 2013, Suhrkamp). Im Anschluss an die Lesung unterhielt sich Josef Winkler mit dem Luxemburger Psychiater und Psychoanalytiker Dr. Paul Rauchs die Auswirkungen seiner Kindheit für sein späteres Werk.
Zuletzt erschienen von ihm im Suhrkamp Verlag „Roppongi. Requiem für einen Vater“ (2007), „Ich reiß mir eine Wimper aus und stech dich damit tot“ (2008), „Die Realität so sagen, als ob sie trotzdem nicht wär oder Die Wutausbrüche der Engel“ (2011)
1979 gewann er mit seinem Roman „Menschenkind” den zweiten Preis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb. Zusammen mit den Folgeromanen „Der Ackermann aus Kärnten” und „Muttersprache” bildet dieser Roman die Trilogie „Das wilde Kärnten”.
Zu seinen weiteren Auszeichnungen gehören der Alfred-Döblin-Preis (2001), Franz-Nabl-Preis (2005), der Große Österreichische Staatspreis (2007) und der Georg-Büchner-Preis (2008).

Das Gespräch zwischen Josef Winkler und Dr. Paul Rauchs

Mehr

Pressestimmen

Artikel aus dem Luxemburger Wort vom 26.04.2013

Dr. Paul Rauchs über Josef Winkler in Kulturissimo

Die Rezension des “Luxemburger Wort” zu Winklers Roman „Roppongi. Requiem für einen Vater”, 2007 bei Suhrkamp erschienen

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Wortschatz der Nacht

„Gestern abend, im Bett auf dem Rücken liegend, stellte ich mir meinen Tod vor. Ich schloß die Hände zum Gegengebet. Ich begann zu lächeln und versuchte diesen Gesichtsausdruck solange wie möglich zu bewahren. Meine Maske also …“

Dass Tod lebendig macht, es gilt jedenfalls für das Schreiben dieses Autors. Todesfurcht – Sehnsucht, Schrecken und Faszination – treibt Josef Winkler von Werk zu Werk. 1979, direkt nach der Niederschrift seines ersten Romans, Menschenkind, brachte er in einem »Wortanfall« weniger Nächte hundert Seiten rauschhafter Prosa, einen »Bildersturm«, zu Papier: Wortschatz der Nacht. Im selben Jahr erschien der Text in der Grazer Literaturzeitschrift manuskripte. Jetzt, vierunddreißig Jahre später, zum 60. Geburtstag des Büchner-Preisträgers, wird dieses Jugendwerk zum ersten Mal als Buch veröffentlicht. Eine Neu- und Wiederbegegnung steht an.

“… ein Schatz, mit dem Winkler nachhaltig literarisch wuchern konnte.” (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
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Mutter und der Bleistift

Roppongi, »dem Requiem für einen Vater«, lässt Josef Winkler mit Mutter und der Bleistift ein Requiem für die Mutter folgen.

Es beginnt im indischen Ellora, wo der Erzähler stundenlang durch die buddhistischen, aus dem Fels gehauenen Tempel geht. In den Ruhepausen schlägt er Ilse Aichingers “Kleist, Moos, Fasane” auf. Durch einen bestimmten Satz sieht er sich ins Jahr 1943 versetzt, in dem der Großvater einen Brief ausgehändigt bekommt, worin steht, dass nun auch Adam, sein dritter Sohn, im Krieg gestorben ist. Seine Tochter, die spätere Mutter des Erzählers, wird über den Tod des Bruders mit den Worten »Der Adam kommt auch heim, aber anders …« in Kenntnis gesetzt.

Daraufhin kehrt Schweigen in den Bauernhof ein. Ihr Leben lang wird die Mutter, die kürzlich gestorben ist, eine Schweigende sein. “Mutter und der Bleistift” schildert Szenen aus ihrem Leben. Peter Handkes Muttererzählung “Wunschloses Unglück” mischt sich ein, dazu “Abschied von den Eltern” von Peter Weiss.

 Leseprobe

 

Weitere Pressestimmen

http://diepresse.com/home/spectrum/zeichenderzeit/1319058/Mutter-und-der-Bleistift

Interview mit Josef Winkler auf Die Presse.com

 

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Organisiert vom Institut Pierre Werner mit Unterstützung des Centre Culturel de Rencontre Abbaye de Neumünster

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