08.02.2017 um 19 Uhr
Cité Auditorium

Gespräch zwischen Alain Blottière und Gaston Carré

Gespräch zwischen Alain Blottière und Gaston Carré

Literarischer Abend mit

Alain Blottière – „Comment Baptiste est mort“

Gaston Carré – „Retour en Barbarie“

Mittwoch, 8. Februar 2017

19:00 Uhr

Cité Auditorium

In französischer Sprache

Eintritt frei; Anmeldung erbeten unter info@ipw.lu

„Comment Baptiste est mort“

Nach der Entführung einer französischen Familie durch afrikanische Djihadisten und mehreren Wochen Gefangenschaft in der Wüste ist der 14-jährige Baptiste, das älteste der Kinder, der einzige, der befreit werden kann. Ein Mann, der Polizist, aber genauso gut auch Jugendrichter oder Geheimdienstpsychologe sein könnte, führt eine Befragung des Jungen durch. Baptiste aber hat, traumatisiert durch das Erlebte, Schwierigkeiten, auf alle Fragen zu antworten: Was ist aus seiner Familie geworden? Weshalb war er der einzige, der befreit wurde? Durch das Verhör, das als schlichter Dialog wiedergegeben und durch Rückblenden auf die Erlebnisse des Jungen ergänzt wird, kehrt seine Erinnerung nach und nach wieder. Allerdings erzählt Baptiste nicht alles. Im Laufe der Erzählung jedoch erfahren die Leser die ganze Wahrheit über das, was in der Gefangenschaft geschah.

Alain Blottière, 1954 in Neuilly-sur-Seine geboren, ist ein französischer Schriftsteller. Er schreibt Romane, Reiseerzählungen und Essays. In seinen Werken kommt ein starkes Interesse für ferne Länder und eine tiefe Nostalgie nach Vergangenheit und Kindheit zum Ausdruck. Man könnte auch sagen: Blottière ist auf der Suche nach dem, was nicht mehr da ist.

„Comment Baptiste est mort“ erschien 2016 und beruht auf der 2013 geschehenen Entführung einer französischen Familie durch die Terrorgruppe Boko Haram in Kamerun. Der Roman wurde 2016 mit dem Prix Mottart de l’Académie française und dem Prix Jean Giono ausgezeichnet.

„Retour en Barbarie“

Der Journalist Marc erfährt, dass sein Sohn das Medizinstudium aufgegeben hat, um sich den Kämpfern des sogenannten Islamischen Staats in Syrien anzuschließen. Er stammt aus einer Generation, die sich stets für Toleranz und gegen Gewalt eingesetzt und jegliche Form des Fanatismus abgelehnt hat. Wer also ist dieser Sohn, der dazu bereit ist, unvorstellbare Gräueltaten zu begehen? Ein Mutant? Kann ein Mensch ein Monster erschaffen? Sich diese Fragen stellend, begibt sich Marc Schritt für Schritt auf eine Reise in die eigene Vergangenheit und erkundet sein Leben als junger Mann, das bald von ehrenwerten, bald von üblen Motiven geleitet war. Und plötzlich stellt er fest, dass sein djihadistischer Sohn durch die selben Beweggründe angetrieben wird, die ihn in seiner Vergangenheit geleitet haben: durch die Suche nach der absoluten Radikalisierung, der Grenzüberschreitung, der Lust nach „dem Spiel mit dem Feuer“.

Gaston Carré wurde in Frankreich geboren. Er hat einen französischen Vater und eine deutsche Mutter. Nach dem Studium der Psychologie widmete er sich dem Journalismus und dem Schreiben. Sein fünftes Buch „Retour en Barbarie“ entstand unter dem doppelten Einfluss der Faszination für den Mittleren Osten aus Sicht des Reporters auf der einen und der des Schriftstellers auf der anderen Seite. Carré ist Autor zahlreicher Literatur- und Musikkritiken im Luxemburger Wort, in La Voix du Luxembourg und deren Beilage Lesezeit.

Der Abend wird moderiert von Christophe Langenbrink, Journalist beim Luxemburger Wort.

Lesung der Romanauszüge: Christophe Bornet (Fachbereich Theater des Conservatoire de la Ville de Luxembourg)


Pressespiegel

Das Luxemburger Wort im Gespräch mit Alain Blottière

Bericht des Luxemburger Wort über den literarischen Abend


Der literarische Abend mit Alain Blottière und Gaston Carré im Institut Pierre Werner zum Nachhören:

 

Organisiert vom Institut Pierre Werner

In Zusammenarbeit mit dem Lycée Vauban und dem Institut Français in Luxemburg

Seit einigen Jahren organisiert das Lycée Vauban, ein französisches Gymnasium in Luxemburg, den Prix Vauban.  Dieser Literaturpreis bietet den Schülern der Sekundarstufe die Möglichkeit, eine Auswahl an Romanen zu entdecken, sich über ihre Lektüren auszutauschen und ihren Favoriten auszuzeichnen. „Comment Baptiste est mort“ von Alain Blottière gehört zur Auswahl des Jahres 2017.

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