08.02.2017

Alain Blottière

Alain Blottière

Alain Blottière, geboren 1954 in Neuilly-sur-Seine, ist ein französischer Schriftsteller. Neben Romanen schreibt er Reiseberichte und Essays, wobei sich sein Werk durch eine exotische und oft historische Inspiration auszeichnet, die Blottières tiefe Nostalgie für die vergangene Zeit (Kindheit, Jugend, Antike, das 19. Jahrhundert) oder weit entfernte Länder (Ägypten, die Sundainseln) zum Ausdruck bringt: Seine Bücher beschwören Welten herauf, deren verschwundene Emotionen er wiederentdecken – ja, neu erfinden – möchte.

Sein erster Roman „Saad“ (Gallimard, 1980) wurde von Kritikern wie Mathieu Galley, Jacques Brenner oder Hugo Marsan hoch gelobt und 1981 mit dem Prix Littéraire de la Vocation ausgezeichnet. Der Roman spielt Ende des 19. Jahrhunderts in Tadjourah am Roten Meer und handelt vom Schicksal eines Malers, der vergeblich versucht, seinen jungen Sklaven Saad zu zeichnen, und der – zusammen mit dem zum Waffenhändler gewordenen Dichter Arthur Rimbaud – in eine Schatzsuche verwickelt wird.

Zu den Rimbaldiens gehörend hat Blottière das Vorwort und den Kommentar zu den gesammelten Werken Rimbauds in der Sammlung „Bouquins“ (Robert Laffont, 1980) verfasst.

1995 wurde Alain Blottière erneut mit einem wichtigen Literaturpreis ausgezeichnet, dem Prix Valery Larbaud. „L’Enchantement“ (Calmann-Lévy, 1994, „Das Entzücken“) entführt die Leser nach Ägypten, an das Bett eines alten Prinzen, der im Sterben liegt und einem „Neger“ seine Mémoiren diktiert. Dabei vertraut er ihm, unter der Voraussetzung, diese nicht weiter zu erzählen, einige seiner skandalösen Geheimnisse an.

Der Roman „Si-Amonn“ (Mercure de France, 1998) taucht ein in die Tiefen der Stadt Kyrene, einer griechischen Kolonie im heutigen Libyen, des 4. Jahrhunderts vor Christus. Seit den 80er Jahren hält Blottière sich regelmäßig in Ägypten auf und veröffentlichte viele Werke und Beiträge zu diesem Land.

2016 erschien von Alain BlottièreComment Baptiste est mort“ („Wie Baptiste starb“), ein Roman, der zum Teil inspiriert ist von der Entführung einer französischen Familie im Jahr 2013 durch Boko Haram in Kamerun, dessen Handlung jedoch in der Sahara angesiedelt ist. Der Roman wurde ausgezeichnet mit dem Prix Mottart der Académie française, dem Prix Jean-Giono 2016 und dem Prix Décembre 2016. Amélie Nothomb, Mitglied der Jury des Prix Décembre, findet den Roman „überwältigend“ und erklärt gegenüber dem Figaro, „noch nie mit so viel Enthusiasmus für einen Kandidaten gestimmt zu haben“.

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