Lionel Jospin – Gespräch
Lionel Jospin
Vorstellung von „Le mal napoléonien“ und Gespräch mit Historiker und Journalist Nils Minkmar (FAZ)
Donnerstag, 12. Februar 2015
19:30 Uhr
Abbaye de Neumünster, Saal Krieps
Eintritt: 10 € | 5 €
Tickets www.neimenster.lu | +352 26 20 52 444
Reservierung empfohlen
In französischer Sprache mit Simultanübersetzung ins Deutsche
Am 12. Februar präsentiert Lionel Jospin, ehemaliger französischer Premierminister, am Institut Pierre Werner sein jüngst erschienenes Werk Le Mal napoléonien (deutsch etwa: Das napoleonische Übel). Im Anschluss folgt ein Gespräch mit Nils Minkmar, dem europäischen Kulturkorrespondenten des Feuilletons der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
Laut Jospin soll Le Mal napoléonien vor allem die glorifizierenden Legenden entmystifizieren, die sich um die Regierungszeit Napoleon Bonapartes ranken. Lionel Jospin beschäftigt sich seit längerem mit der Rolle, die der Herrscher im Selbstbild des französischen Volkes einnimmt. Er hinterfragt den glanzvollen Ruhm, der dem Namen Napoleons anhaftet. Das prägende Mal, das der Kaiser in der französischen Geschichte hinterlassen habe, bestürze ihn schon lange, so der Staatsmann.
Das Werk des ehemaligen französischen Politikers schreibt sich dabei weder in die allzu positiven noch in die negativen Beschreibungen von Bonapartes Leben und Wirken ein. Jospin untersucht vornehmlich, ob die 15 gleißenden Jahre des Ersten Konsuls und Kaisers dem französischen Staat tatsächlich dienlich waren. In der Diskussion mit dem deutsch-französischen Historiker und Journalisten Nils Minkmar werden die beiden versuchen, die Diskrepanz zwischen den proklamierten Ambitionen, den eingesetzten Mitteln, den erforderlichen Opfern und den schlussendlichen Resultaten auszuloten.
Jospin konstatiert, dass das Empire unter Napoleon I., ebenso wie später das Zweite Kaiserreich, in einem Desaster endete. Auch General Boulanger und die Vichy-Regierung unter Maréchal Pétain führten die bonapartistische Tradition in einem gewissen Maße fort und rufen somit keine glorreichen Erinnerungen wach. Nichtsdestotrotz neige man auch heute noch dazu, den Bonapartismus auf schönfärberische und verharmlosende Weise zu betrachten.
Lionel Jospin war Vorsitzender der Sozialistischen Partei, Bildungsminister und zwischen 1997 und 2002 Premierminister Frankreichs.
Nils Minkmar ist ein deutscher Historiker, Journalist und Publizist. Von 2012 bis 2014 war er der Feuilletonchef der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
Presse (in französischer Sprache)
« Lionel Jospin est mieux placé que quiconque, lui qui fut si actif au gouvernement, pour mesurer l’ampleur de la tâche abattue en un quinquennat par le jeune Premier consul. »
Libération
« Au-delà de ces considérations historiques vigoureusement menées et, comme toujours, d’une parfaite clarté, ce sont cependant ses réflexions sur l’empreinte du bonapartisme qui surprennent, excitent et font réagir le plus. »
Libération
« Si ce n’est un pamphlet – il s’en défend –, c’est à coup sûr un réquisitoire bien dans sa manière, documenté, charpenté et, admet-il, « non exempt de subjectivité ».»
Le Monde
« Avec subjectivité, Lionel Jospin relit l’histoire napoléonienne pour livrer son regard sur l’empreinte laissée à son époque et jusqu’à nos jours par Bonaparte. »
La Croix
Lionel Jospin : allons au-delà du „bilan intérieur“ de Napoléon
Mit Unterstützung von Neimënster