02.12.2020 um 19:00 Uhr
Abtei Neumünster, 28, rue Münster, Luxemburg-Grund

Verschoben auf 2021: Hölderlin und Frankreich – Lesung und Gespräch

Verschoben auf 2021: Hölderlin und Frankreich – Lesung und Gespräch

VERSCHOBEN auf 2021

(Der genaue Termin wird noch bekannt gegeben)

„An Feiertagen gehn / Die braunen Frauen daselbst / Auf seidnen Boden“ (Friedrich Hölderlin)

Lesung: André Jung

Gespräch: Dr. Daniela Danz und Dr. Gerald Wildgruber

Abtei Neumünster

In deutscher Sprache

 

Hölderlins Reise durch das nachrevolutionäre Frankreich stellt eine Zäsur in seinem Leben und zugleich den Beginn der Schaffensperiode von 1802 bis 1806 dar, die den Zenit seines Werkes bezeichnet und der die größten Texte dieses Dichters angehören. Schon vor dieser Reise an die französische Atlantikküste und nach Bordeaux, an deren näheren Umständen bis heute vieles rätselhaft ist, spielt Frankreich, wie für alle deutschen Intellektuellen der Zeit, in politisch, wie in philosophischer Hinsicht eine bedeutende Rolle (Französische Revolution, Jean-Jacques Rousseau, die französischen Materialisten und Naturforscher).

Zum 250. Geburtstag Friedrich Hölderlins werden die Lyrikerin und Schriftstellerin Dr. Daniela Danz und der Literaturwissenschaftler Dr. Gerald Wildgruber (TU Berlin) im Gespräch dieser Frankreich-Erfahrung des deutschen Dichters nachgehen. Die Veranstaltung wird begleitet durch eine Auswahl von Gedichten, Texten und Briefe, gelesen von dem bekannten luxemburger Schauspieler André Jung.

Im Zentrum steht die unmittelbare, nicht mehr durch „schriftliche“ Überlieferung gemilderte, sondern aus körperlicher Präsenz gespeiste Aktualisierung der griechischen Erfahrung des Göttlichen in seiner gefährlichen Intensität und die daraus sich bestimmende Aufgabe der Dichtung und der Kunst, die das ganze weitere Schaffen Hölderlins prägen wird.

Für einen entscheidenden Moment entzündet sich in Hölderlins Denken eine merkwürdige Synthese aus dem Beginn der abendländischen Kunst und Wissenschaft bei den Griechen, für Hölderlin, und lange vor Nietzsche, konzentriert in der Gestalt des Dionysos, der unmittelbar zurückliegenden, von großer Hoffnung und terroristischer Gewalt geprägten revolutionären Situation in Frankreich und schließlich zeitgenössischer deutscher Literatur, deren modernste, erst im 20.Jh zu voller Entfaltung gelangende Erscheinung eben Hölderlin dadurch zu werden bestimmt war.

 

Dr. Daniela Danz über Friedrich Hölderlin (YouTube-Video vom 28.07.2020):

 

Organisiert vom Institut Pierre Werner

Mit der Unterstützung von neimënster

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