Deborah De Robertis
Deborah De Robertis, geboren 1984 in Luxemburg, ist Performance- und Videokünstlerin. Ihre Performances bestehen darin, Frauenfiguren, die Teil unserer kollektiven Wahrnehmung sind, neu zu überdenken. Sie reinterpretiert Hauptwerke der Kunstgeschichte, vor allem mit dem Ziel eine Forschung über die Perspektive des weiblichen Models ins Leben zu rufen. Nach ihrem Studium an der „Ecole de recherche graphique“ in Brüssel wird sie 2013 vom luxemburgischen Kulturministerium für eine Künstlerresidenz in Frankreich ausgewählt. Seither arbeitet sie in Paris, Brüssel und Luxemburg.
Im Jahr 2014 hat sie ihre Genitalien vor Gustave Courbets „Ursprung der Welt” im Musée d’Orsay gezeigt. Das Museum hat daraufhin Anzeige wegen “Exhibitionismus” gegen de Robertis erstattet. Die Künstlerin prangert diese Anklage als Akt der Zensur dessen an, was sie als ‚‚Perspektive des weiblichen Aktmodells ” oder als ‚‚Auge des weiblichen Geschlechtsteils”. Diese konzeptuelle Recherche dreht sich um jenen Blick, der nicht auf die Nacktheit als solche gerichtet ist, sondern von weiblicher Nacktheit zum Ausdruck gebracht wird. Eine Position, welche die französische Philosophin Geneviève Fraisse im weiteren Sinne als „Körper der schaut” beschreibt.
Genauer gesagt, geht die Arbeit von Deborah de Robertis von der Beobachtung der inexistenten Perspektive des „Ursprungs der Welt“ aus: während sie ihre Genitalien entblöst, sagt sie „es ist das Geschlecht, das schaut”.