16.02.2013

Vielen Dank für das Leben

Vielen Dank für das Leben

 

„Vielen Dank für das Leben“ (Hanser, Juli 2012) erzählt die Geschichte von Toto, der im kalten Sommer 1966 in einer kleinen, grauen Stadt im sozialistischen Teil des Landes zur Welt kommt. Toto hat kein Geschlecht; im Suff gezeugt, der Vater schon vor der Geburt abhanden gekommen, die Mutter bald danach, das Waisenhaus ein Straflager. Toto aber bleibt wie unberührt. Wie kommt’s, fragt er sich, dass die Menschen so schlecht sind? Wie kommt’s, dass sie dieses Leben noch schrecklicher machen, als es sowieso schon ist? Sibylle Berg erzählt die Geschichte von Toto, den der Leser nicht mehr vergisst, den er beschützen will, obwohl er weiß, dass alles noch schlimmer kommt. Toto geht über die Grenze, doch was der Sozialismus verrotten ließ, zerstört der Kapitalismus aktiv. Doch eines gibt’s, was Toto kann: singen. Und dann erwacht ein Hoffnungsschimmer, als Toto Kasimir wiederbegegnet, dem alten Kameraden aus dem Waisenhaus. Sie machen sich auf nach Paris. Dort wird Toto singen.

Brutal, provozierend und doch mit unendlicher Zärtlichkeit erzählt Sibylle Berg die große Geschichte eines Menschen, der durch die Reinheit seines Wesen der Welt zeigt, wie weit es mit ihr gekommen ist.

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