26.02.2019

Tahar Ben Jelloun

Tahar Ben Jelloun

 

Tahar Ben Jelloun, geboren 1944 in Fès, ist ein französischsprechender marokkanischer Schriftsteller und Dichter.

Als Kind besucht er eine arabisch-französischsprachige Grundschule und später das französische Gymnasium in Tanger bis zu seinem achtzehnten Lebensjahr. Anschließend studiert er Philosophie an der Universität Mohammed V in Rabat, wo er seine ersten Gedichte schreibt, die gesammelt in „Hommes sous linceul de silence“ (1971) veröffentlicht werden. 1965 finden in den großen Städten Marokkos Studentendemonstrationen statt. Der junge Mann wird beschuldigt, die Unruhen organisiert zu haben. 1966 wird er mit weiteren Kameraden zwangsrekrutiert und in ein Militärlager geschickt, aus dem er erst im Januar 1968 wieder freigelassen wird. Er nimmt sein Studium wieder auf und lehrt anschließend Philosophie in Marokko. 1971 muss er nach der Arabisierung des Philosophieunterrichts nach Frankreich gehen. Dort lässt er sich in Paris nieder, um sein Studium der Philosophie fortzusetzen.

Ab 1972 schreibt Tahar Ben Jelloun zahlreiche Artikel für die Tageszeitung Le Monde. 1975 promoviert er in Sozialpsychiatrie. Sein Schreiben wird von seiner Erfahrung als Psychotherapeut beeinflusst („La Reclusion solitaire“, 1976). 1985 veröffentlicht er den Roman „L’Enfant de sable“, welcher ihn berühmt macht. Er erhält den Prix Goncourt im Jahr 1987 für „La Nuit sacrée“, eine Fortsetzung von „L’Enfant de sable“.

Heute lebt Tahar Ben Jelloun in Tanger, mit seiner Frau und seinen Kindern, für die er mehrere pädagogische Bücher geschrieben hat („Le Racisme expliqué à ma fille“, 1998). Er wird regelmäßig eingeladen, um Vorträge an marokkanischen, französischen und europäischen Schulen und Universitäten zu halten.

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