11.10.2017 um 19:30 Uhr
Abtei Neumünster, 28, rue Münster, L-2160 Luxemburg-Grund

Philippe Sands – Retour à Lemberg

Philippe Sands – Retour à Lemberg

Philippe Sands

Retour à Lemberg

Vortrag

Mittwoch, 11. Oktober 2017
19:30 Uhr
Abtei Neumünster

In französischer Sprache

Eintritt frei

Anmeldung unter events@mpi.lu

In seinem preisgekrönten Buch „East West Street. On the Origins of ,Genocide’ and ,Crimes Against Humanity’“ zeichnet Philippe Sands die sich kreuzenden Lebenswege vierer Männer nach, für die die Stadt Lwiw (heute ukrainisch) eine prägende Rolle in ihrem Leben spielte. Nach der ersten Teilung Polens gehörte Lemberg zur Habsburger Monarchie, nach dem 1. Weltkrieg als Lwów wieder zu Polen. Im 2. Weltkrieg kam es als Lwow unter sowjetische, ab 1941 wiederum als Lemberg unter nationalsozialistische Herrschaft, bevor es ab 1945 dann bis 1991 erneut zur Sowjetunion gehörte. Seit 1991 ist Lwiw ukrainisch. Leon Buchholz, der 1904 geborene Großvater des Autors, verbrachte seine Kindheit in Lemberg, bevor er sich in Paris niederließ und so dem Holocaust entkam. Seine Familie wurde von den Nationalsozialisten ermordet. Hersch Lauterpacht und Raphael Lemkin, zwei jüdische Juristen, auf die die Konzeption der Begriffe „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ und „Genozid“ zurückgehen, studierten in der Zwischenkriegszeit an der Universität Lemberg Rechtswissenschaften und sollten später bei den Nürnberger Prozessen eine entscheidende Rolle spielen. Hans Frank, bekannt als hoher Nazi-Funktionär und Anwalt von Hitler, wurde 1939 zum Generalgouverneur von Polen ernannt und verkündete 1942 in Lemberg die Umsetzung der „Endlösung“. Er musste sich in Nürnberg für die Ermordung von hunderttausenden polnischer Juden verantworten, von denen viele aus Lemberg stammten. Unter ihnen die Familien Lauterpacht, Lemkin und Buchholz. Hans Frank wurde 1946 zum Tode verurteilt und hingerichtet.

Philippe Sands’ historische, juristische und persönliche Untersuchung beleuchtet die wichtige Rolle der Stadt Lemberg. Sie wurde zum Treffpunkt von Personen der großen und kleinen Geschichte, zum Schauplatz der grausamsten Kriegsverbrechen und zur Wiege des modernen Völkerrechts.

 


Luxemburgische Presseschau

Interview mit Philippe Sands, radio 100,7

Artikel vom Quotidien (23.10.2017) über den Vortrag von Philippe Sands


 

Philippe Sands ist ein international tätiger französisch-britischer Menschenrechtsanwalt und Professor für Rechtswissenschaften am University College in London. „East West Street“ wurde 2016 mit dem „Baillie Gifford Prize“ ausgezeichnet und gewann den Preis als „Bestes Buch des Jahres“ in der Kategorie Sachbuch bei den British Book Awards 2017.

Presse

« The surprise is that even when charting the complexities of law, Sands’s writing has the intrigue, verve and material density of a first-rate thriller. » The Guardian

« We have in Sands’s “East West Street” a machine of power and beauty that should not be ignored by anyone » The New York Times

« Remarkable . . . vivid . . . complex and gripping . . . East West Street is a fascinating and revealing book, for the things it explains: the origins of laws that changed our world, no less. Thoughtful, and compassionate, and important.» —Daniel Hahn, The Spectator

„East West Street. On the Origins of ,Genocide’ and ,Crimes Against Humanity’“ in den Literaturtipps vom Le Monde am 14.09.2017

 

Organisiert vom Max Planck Institut in Zusammenarbeit mit dem Institut français du Luxembourg, memoshoa, neimënster und dem Institut Pierre Werner. 
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