14.01.2014 um 18:30 Uhr
Abtei Neumünster, Saal J. Ensch, 28, rue Münster, Luxemburg-Grund

Monika Maron – Lesung „Zwischenspiel“ und Gespräch

Monika Marons kluger und witziger Roman kreist um existentielle Fragen
Monika Maron – Lesung „Zwischenspiel“ und Gespräch

Monika Maron

Lesung aus „Zwischenspiel“

und Gespräch mit Elke Gilson (Universität Gent, Belgien)

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Dienstag, 14.01.2014
18:30 Uhr
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Monika Maron las aus ihrem neuen Roman „Zwischenspiel“. Im Anschluss an die Lesung unterhielt sie sich mit der Literaturwissenschaftlerin Dr. phil Elke Gilson. Sie studierte Germanistik und Literaturwissenschaften in Gent und Berlin und promovierte über „Strategien des Weltenbaus und intertextuelle Muster im Oeuvre von Monika Maron (2004). Des Weiteren veröffentlichte sie „Doch das Paradies ist verriegelt….“ Zum Werk von Monika Maron (S. Fischer, 2006).  Sie lehrt an der Universität Gent in Belgien.

Monika Maron ist 1941 in Berlin geboren, wuchs in der DDR auf, übersiedelte 1988 in die Bundesrepublik und lebt seit 1993 wieder in Berlin. Sie veröffentlichte u.a. die Romane „Flugasche“, „Die Überläuferin“, „Stille Zeile sechs“, „Animal triste“, „Pawels Briefe. Eine Familiengeschichte“, „Endmoränen“ und „Ach Glück“, außerdem mehrere Essaybände. Zuletzt erschienen die Reportage „Bitterfelder Bogen“ und die Essaysammlung „Zwei Brüder“. Sie wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet, darunter dem Kleist-Preis (1992), dem Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg (2003), dem Deutschen Nationalpreis (2009) und dem Lessing-Preis des Freistaats Sachsen (2011).

 

Gesamte Veranstaltung

 

Zwischenspiel

Monika Marons mit großer Klugheit und viel Witz erzählter Roman Zwischenspiel kreist um existentielle Fragen.
Ruth, eine Frau jenseits der Jugend, will zu Olgas Beerdigung fahren, Olga, deren Schwiegertochter sie einmal für kurze Zeit war, später jahrzehntelang ihre Freundin. Die bevorstehende Begegnung mit Olgas Sohn bereitet ihr Unbehagen. Eine alte Schuld belastet sie.
Mit ihren Augen stimmt etwas nicht an diesem Morgen, die Welt vor ihr flirrt wie ein impressionistisches Gemälde. Sie verfährt sich auf dem Weg zum Friedhof und landet stattdessen in einem Park, in dem seltsame Dinge geschehen. Tote und Lebende erscheinen ihr und die Vergangenheit verschmilzt mit der Gegenwart. Ein Hund schließt sich ihr an, sie trifft Bruno wieder, einen Freund aus längst vergangenen Tagen und immer wieder ist die tote Olga an ihrer Seite. Am Abend wird Ruth die Welt wieder so fest und klar erscheinen wie immer, für diesem einen Tag aber ist sie durchlässig für das Unmögliche, Irrationale, das Dunkles erhellt und Gewohntes ins Absurde verkehrt.

Mit großer Leichtigkeit fragt dieser so tiefgründige wie humorvolle und phantastische Roman nach den Konsequenzen von Entscheidungen. Gibt es ein Leben ohne Schuld? Wäre ein anderer Weg möglich gewesen? Monika Marons grandioser Roman erzählt von den Verhältnissen, in die hinein wir geboren werden und denen wir nicht entkommen können, von Entscheidungen, die wir in der Jugend treffen und deren Härte uns im Alter erschreckt, auch wenn wir froh sind, sie getroffen zu haben.

 

 

Leseprobe

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Pressestimmen

„Monika Maron ist mit diesem luzid geschriebenen Text, dessen Handlung sich jenseits der fassbaren Wirklichkeit ansiedelt, kein geringes Risiko eingegangen. Einer realitätsgläubigen und faktenseligen Tendenz des gegenwärtigen Literaturschaffens begegnet sie widerständig mit einer surrealen Geschichte, die sich aber gleichwohl mit der Diesseitigkeit vernetzt. So stellt sich eine erstaunliche Balance her, die der Autorin bzw. ihrer Protagonistin zwanglos den Ein- und Ausstieg aus der realen Welt erlaubt.“ Beatrice Eichmann-Leutenegger, Neue Zürcher Zeitung, 05.12.2013

„Moralisch verfehltes Handeln ist bei Monika Maron keine Einbahnstraße; der Duktus des Romans ist nicht der der Empörung, sondern der der Reflexion, die nicht selten auch religiöse Dimensionen annimmt. „Zwischenspiel“ ist ein leicht geschriebener und leicht zu lesender, aber kein leichtgewichtiger Roman, der sich letztendlich dem Problem widmet, wie man zu dem geworden ist, der man ist. Monika Maron löst dieses Problem mit Lebensklugheit und Humor.“ Christoph Schröder, Spiegel-Online, 30.10.2013

„Monika Marons Roman „Zwischenspiel“ ist ein Buch über die Liebe, über die Versäumnisse des Lebens, den Schmerz, das Bedauern und den Tod und – auch das – ein Buch über die versunkene DDR. Es sind die bekannten Themen Marons, die sie hier aber auf überraschend neue Weise, surrealistisch, leicht und luftig als Sommertagstraum behandelt.“ Jörg Magenau, TAZ, 02.11.2013

Eine Rezension des Romans auf Zeit Online vom 09.11.2013

Lesetipp mit Iris Radisch, 21.11.2013

Monika Maron bei Druckfrisch (ARD)

 

Presseschau

11./12.01.14_Tageblatt

13.01.14_Luxemburger Wort

13.01.14_Tageblatt

14.01.14_Zeitung vum L. Vollek.

 

Organisiert vom Institut Pierre Werner mit freundlicher Unterstützung des Centre Culturel de Rencontre Neumünster.

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