23.05.2017 um 19 Uhr
Abtei Neumünster, 28, rue Münster, Luxemburg-Grund

Milo Rau: Theater und globaler Realismus

Milo Rau: Theater und globaler Realismus

Milo Rau

Theater und globaler Realismus

Vortrag und Gespräch

Dienstag, 23. Mai 2017
19 Uhr

Abtei Neumünster

In deutscher Sprache mit Simultanübersetzung

10€ | 5€ | 1,50€ (Kulturpass)

Tickets: www.neimenster.lu / +352 26 20 52-444

 

Seit nunmehr 15 Jahren hält uns der Schweizer Regisseur und Autor Milo Rau mit Stücken wie „Hate Radio“, „Breiviks Erklärung“ oder „Die Moskauer Prozesse“ in Atem. Seine Produktionen wurden bisher in über 30 Ländern zur Aufführung gebracht. Der derzeit „interessanteste Künstler Europas“ (De Standaard) wird am IPW seine Arbeiten vorstellen und im Anschluss mit der Theaterwissenschaftlerin Elisabeth Tropper (Universität Luxemburg) und dem Publikum darüber diskutieren. Der Vortrag und das Gespräch, aber auch Video-Ausschnitte aus seinen Inszenierungen werden dabei deutlich machen, worum es Rau mit seinem Theater eines globalen Realimus geht. Nämlich: „Wirklich einzugreifen ins Getriebe der Welt, ins Getriebe der Geschichte. Trotz der ganzen beschissenen Zweideutigkeit jeder Position.“

Milo Rau, geboren 1977 in Bern, studierte Soziologie, Germanistik und Romanistik in Paris, Zürich und Berlin, u. a. bei Tzvetan Todorov und Pierre Bourdieu. 1997 unternahm er erste Reportagereisen (Chiapas, Kuba) und war ab 2000 als Autor für die „Neue Zürcher Zeitung“ tätig. Seit 2002 arbeitet Milo Rau als Regisseur und Autor im In- und Ausland. 2007 gründete er für die Produktion und Auswertung seiner künstlerischen Arbeiten die Theater- und Filmproduktionsgesellschaft IIPM – International Institute of Political Murder, die er seitdem leitet.

Seine Theaterinszenierungen und Filme (u. a. „Die letzten Tage der Ceausescus“, „Hate Radio“, „City of Change“, „Breiviks Erklärung“, „Die Moskauer Prozesse“, „The Civil Wars“, „The Dark Ages“, „Das Kongo Tribunal“, „Mitleid. Die Geschichte des Maschinengewehrs“, „Five Easy Pieces“, „Empire“, „Die 120 Tage von Sodom“) tourten durch bisher über 30 Länder und wurden zu den wichtigsten nationalen und internationalen Festivals eingeladen – u. a. Berliner Theatertreffen, Festival d’Avignon, Wiener Festwochen, Festival TransAmériques, Kunstenfestivaldesarts Brüssel und Biennale Teatro di Venezia.

Neben seiner Arbeit für Bühne und Film ist Milo Rau als Dozent für Regie, Kulturtheorie und soziale Plastik an Universitäten und Kunsthochschulen tätig.

U. a. wurde der Autor und Regisseur mit dem Schweizer Theaterpreis 2014, dem Hörspielpreis der Kriegsblinden (für „Hate Radio“), einer Besonderen Auszeichnung auf dem Festival des Deutschen Films (für „Die Moskauer Prozesse“) und dem Jurypreis des Festivals Politik im Freien Theater (für „The Civil Wars“) geehrt. Außerdem wurde „The Civil Wars“ als erstes fremdsprachiges Stück unter die „besten Stücke der Niederlande und Flanderns 2014/15“ gewählt. Im November 2015 wurde Milo Rau zudem mit dem erstmals vergebenen „Konstanzer Konzilspreis. Preis für Europäische Begegnungen und Dialog“ ausgezeichnet. 2016 erhielt er (nach u. a. Frank Castorf und Pina Bausch) als bisher jüngster Preisträger den Preis des Internationalen Theaterinstituts (ITI), einen Spezialpreis des Berner Literaturpreises und 2017 den 3sat-Preis für „Five Easy Pieces“ im Rahmen des Berliner Theatertreffens

Raus politischer Essay „Was tun? Kritik der postmodernen Vernunft“ war ein Bestseller und wurde von der deutschen Tageszeitung „taz“ zum „Politischen Buch des Jahres 2013“ gekürt. Die Zeitung „Le Soir“ bezeichnete ihn als einen der „freiesten und streitbarsten Geister unserer Zeit“, der Sender arte.tv als „Bertolt Brecht unserer Zeit“.

Für 2017 wurde Rau auf die renommierte Saarbrücker Poetikdozentur für Dramatik der Universität des Saarlandes berufen.

Elisabeth Tropper, geboren 1984 in Graz (Österreich), ist Theater- und Literaturwissenschaftlerin sowie Dramaturgin. Nach Engagements u. a. am Schauspielhaus Graz, Staatstheater Kassel und Hebbel am Ufer Berlin verfolgt sie seit Oktober 2014 ihr Dissertationsprojekt über Transgressionen und Heimsuchungen Europas im Theater der Gegenwart an den Universitäten Luxemburg und Trier. Sie ist Mitarbeiterin im Forschungsprojekt „Prozesse der Internationalisierung im Theater der Gegenwart“. 2017 erscheint der von ihr mitherausgegebene Sammelband „Vorstellung Europa – Performing Europe. Interdisziplinäre Perspektiven auf Europa im Theater der Gegenwart“. Neben ihrer universitären Tätigkeit ist sie weiterhin als Dramaturgin tätig, zuletzt für die Münchener Biennale 2016.


Pressestimmen zu Milo Rau

„Milo Rau ist einer der unerbittlichsten und klügsten Kritiker unserer Zeit: ein Visionär.“ Jean Ziegler

„Der umstrittenste Regisseur seiner Generation.“ De Morgen

„Eine dramatische, grandiose, bewegende, auf ihre Art sogar beglückende Produktion. Es zählt das gesprochene Wort, denn der Regisseur Milo Rau braucht keinen Schnickschnack, um das Publikum zu fesseln. Die Europa-Trilogie ist eine Schule der Empathie. Die mit Detailfülle ausgebreiteten Leben sind so aufregend und anrührend, so unerwartet in ihren Wendungen, so groß in ihrem Schmerz, so tief in ihrer Menschlichkeit, dass man ihnen als Zuschauer atemlos und gebannt folgt.“ Stuttgarter Nachrichten


ZDF-Aspekte: Milo Rau und das Kongo Tribunal

Trailer: Empire

 

Organisiert vom Institut Pierre Werner

In Zusammenarbeit mit der Poetikdozentur für Dramatik der Universität des Saarlandes und Unterstützung von neimënster

 

© des Photos auf der Startseite: Daniel Seiffert

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