05.12.2011 um 18.30

Cinémathèque der Stadt Luxemburg (17, place du Théâtre, Luxembourg-Ville)

Nationalstereotype in der Fußballberichterstattung

Organisiert von der Universität Luxemburg in Zusammenarbeit mit dem IPW und der Cinémathèque
Nationalstereotype in der Fußballberichterstattung

Vortrag  von Prof. Dr. Rolf Parr (Universität Duisburg-Essen)

Stereotype bzw. Automatismen in der Fußball-Berichterstattung schaffen Bilder von imaginären Nationalmannschaften als individuelle Subjekte mit einem mehr oder weniger festen „Charakter“, welcher dann von jedem einzelnen Anhänger dieser und letztlich in allen (nicht nur fußballerischen) Handlungen aller Vertreter dieser Nation „wiederzuerkennen“ ist. Solche Zuschreibungen von Nationalcharakteren beziehen sich jedoch nicht auf wirkliche Subjekte und ihre tatsächlichen Eigenschaften, sondern sind vielmehr stets Konstrukte, sind imaginierte Formen des Nationalen.

Der Vortrag zeichnete die Grundlinien des Systems der Fußball-Nationalstereotype vorwiegend aus Perspektive der deutschen Medien nach, um dann am Beispiel der WM 2010 nach Irritationen in den Zuschreibungen „nationaler Eigenschaften“ zu fragen, die sich dann ergeben, wenn eine Mannschaft mit dem Merkmal „spielfreudig“ plötzlich nur noch „mauert“, oder wenn ein frankophoner Afrikaner für England oder ein italienisch sprechender Schweizer für Frankreich spielen, aber beide in der deutschen Bundesliga unter Vertrag stehen.

Im Anschluss an den Vortrag wurde der Dokumentarfilm „Deutschland. Ein Sommermärchen“ (110 min, D 2006, Regie: Sönke Wortmann) gezeigt.

Diese Vortragsreihe mit politischer und gesellschaftlicher Relevanz versteht sich als Schnittstelle zwischen kulturwissenschaftlicher Forschung und breiter Öffentlichkeit und solle akademische Diskussionen für ein breiteres Publikum öffnen.

Bild des Films Deutschland ein Sommermärchen

Beitrag von Pr. Rolf Parr

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