28.11.2011 um 19.00

Abtei Neumünster, Raum A11, 28, rue Münster, Luxemburg-Grund

Masse und Volk

Organisiert von der Universität Luxemburg in Partnerschaft mit dem Institut Pierre Werner
Masse und Volk

Den Vortrag wird Prof. Astrid Deuber-Mankowsky (Ruhr-Universität Bochum) halten. Anhand des Films „Dogville” und der amerikansichen Kultserie „The Wire” wird sie die Bedeutung der Begriffe „Masse” und „Volk” im modernen Film erläutern.

Während das frühe Kino Massenkunst war und das Volk allgegenwärtig, so fehlt, wie Deleuze in seinen Kinobüchern konstatiert, im modernen Film die Masse ebenso wie das Volk. Wenn es ein modernes, politisches Kino gibt, dann auf der Basis, dass das Volk nicht mehr oder noch nicht existiert. Nun hat Lars von Trier mit Dogville einen Film gedreht, der sich vor dem Hintergrund der Kritik an der US-amerikanischen Außenpolitik ganz um die Frage nach dem Volk und dem Verhältnis von Volk und Gewalt dreht. Dabei wird das Volk von 18 international gefeierten SchauspielerInnen abseits der Welt in einem geschlossenen Container inszeniert. Fast gleichzeitig hat David Simon die Fernsehserie The Wire produziert, die, in einem breit angelegten Epos die Gewalt auf den Straßen von West-Baltimore in einer Art Mikroanalyse der Beziehungen von Polizei, Kriminalität, politischem Establishment und Öffentlichkeit analysiert.
Beide Experimente sollen vor dem Hintergrund von Deleuzes These diskutiert werden, nach der das »nicht mehr, bzw. noch nicht existierende Volk« den modernen, politischen Film definiere.

Eintritt frei.

Diese Vortragsreihe mit politischer und gesellschaftlicher Relevanz versteht sich als Schnittstelle zwischen kulturwissenschaftlicher Forschung und breiter Öffentlichkeit und sollen akademische Diskussionen für ein breiteres Publikum öffnen.

Bericht

Video zum Vortrag

 

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