vom 31.10.2012 bis zum 03.12.2012
Abtei Neumünster - Agora, 28, rue Münster, Luxemburg-Grund

Die Bilderkammer des Bruno Schulz. Das letzte Werk eines Genies – Ausstellung

Virtuelle Rekonstruktion in Originalgrösse der von Bruno Schulz gemalten Wandmalereien (1942)
Die Bilderkammer des Bruno Schulz. Das letzte Werk eines Genies – Ausstellung

Die Bilderkammer des Bruno Schulz
Das letzte Werk eines Genies

Ausstellung

von 31.10.2012 bis 03.12.2012

in der Abtei Neumünster – Agora

 

Die Ausstellung zeigt eine originalgroße, virtuelle Rekonstruktion von Wandfresken, die Bruno Schulz (1892-1942), polnischer Jude,  unter dem Schrecken der deutschen Besatzung von 1941/42 in der galizischen Stadt Drohobycz in einer von dem Wiener SS-Führer Felix Landau okkupierten Villa für dessen Kinder gemalt hat, um sein Leben zu retten. 


Die Wandbilder waren die letzte Arbeit von Bruno Schulz bevor er  am 19. November 1942, dem « wilden Donnerstag », von einem Gestapobeamten im Vorübergehen durch zwei Kopfschüsse getötet wurde. An diesem Tag wurden insgesamt 265 jüdische Bürger aus Drohobycz von den NS-Besatzern willkürlich erschossen.

Das Bruno-Schulz-Jahr 2012 (120. Geburtstag und 70. Todestag) bietet willkommenen Anlass, diese Arbeit des Künstlers mit der mobilen Installation « Die Bilderkammer des Bruno Schulz – das letzte Werk eines Genies» neu enstehen zu lassen. Die virtuelle Rekonstruktion gibt dem Betrachter die Möglichkeit, die vollständige Komposition mit allen über Israel und die Ukraine verstreuten Fragmenten in Originalgröße in Augenschein zu nehmen. Vergeben ist die Ausstellung bereits an das Literaturhaus Berlin, Warschau und das Jewish Museum in New York.

 

 

 Das Institut Pierre Werner zeigte die Ausstellung zum ersten Mal außerhalb Deutschlands

.

Die Wiederentdeckung der Wandmalereien von Bruno Schulz

Trotz intensiver Suche waren die Wandbilder von Bruno Schulz nach dem Ende des II. Weltkrieges zunächst nicht auffindbar. Erst am 9. Februar 2001 entdeckte das Filmteam des Dokumentarfilmers Benjamin Geissler die lange verschollen geglaubten Bilder.

Im Mai 2001 wurden dann Fragmente dieser Wandmalereien von Mitarbeitern der Holocaust Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem in einer geheimen Aktion aus den Wänden der Villa herausgetrennt und illegal nach Israel ausgeführt. Dieses Vorgehen Yad Vashem’s führte zu einer weltweiten Kontroverse.

„Bilder finden” dokumentiert filmisch minutiös die Suche, das Finden und das Verschwinden der Wandmalereien des Bruno Schulz. Dabei erzählt der Film auch die Geschichte einer der umstrittensten Museums- Akquisitionen der letzten Jahre. Yad Vashem beansprucht das moralische Recht, die Arbeiten zu „sichern”. Ukrainische und polnische Offizielle sprechen von einem Verbrechen. Aber was sagen jüdische Menschen aus Drohobycz in der Ukraine und in Israel dazu…

„Bilder finden” gibt dem Zuschauer die Möglichkeit, dem Regisseur in ein genau durchkomponiertes Mosaik aus veröffentlichten und unveröffentlichten Zeugnissen über Bruno Schulz und seine letzten Tage zu folgen. Dabei ist ein Film entstanden, der auf poetisch eindringliche Weise zeigt, wie bewegend und schmerzhaft präsent auch heute noch der Holocaust nachwirkt.

Bruno Schulz wurde 1892 in Drohobycz, einer kleinen Stadt in der österreichisch-ungarischen Provinz Galizien, geboren. Er dachte und schrieb in polnisch und lehnte alle Angebote Drohobycz zu verlassen ab, weil er spürte, das er an einem anderen Ort nicht kreativ sein konnte.  Gelegen an den nordöstlichen Ausläufern der Karpaten im Ost-Galizischen Erdölgebiet, war Drohobycz eines der wichtigsten Zentren der jüdischen Kultur in Osteuropa vor dem II. Weltkrieg. Sowohl ökonomisch als auch kulturell gab es in der Stadt starke Gegensätze. 1939 bestand die Bevölkerung von Drohobycz aus 36.000 Einwohnern, wovon 17.000 jüdischen Glaubens waren. Den zweitgrößten Anteil stellten Polen, dann erst kamen Ukrainer und ein kleiner Teil deutschstämmiger Bewohner.

Während der deutschen Besatzung wurden die meisten Juden in dem Vernichtungslager Belzec und im Wald von Bronica ermordet.

„Bilder finden” stellt uns Überlebende des Holocaust vor, die Schulz persönlich kannten und verbindet die heutige Welt mit den poetischen und furchtbaren Visionen im Werk von Bruno Schulz.

 

Die virtuelle Rekonstruktion der „Bilderkammer“

 

 

 

Organisiert vom Institut Pierre Werner mit der Unterstützung von
und dem Centre Culturel de Rencontre Neumünster

 

 

français - kontakt - impressum