30.11.1999

Beitrag von Colette Flesch

Beitrag von Colette Flesch

Nach diesen Ausführungen Kristina Volkes bat Diane Krüger Colette Flesch, einen Überblick über das Verhältnis zwischen Kunst und Politik in Luxemburg zu geben. Von besonderem Interesse sei, welche Auswirkungen die Austragung des Kulturjahres hatte.

Laut Colette Flesch war vor allem das erste Kulturjahr 1995 für Luxemburg bedeutend. Es trug wesentlich zum Ausbau der kulturellen Infrastruktur bei, so unter anderem zur Errichtung des MUDAM und der Philharmonie. Das zweite Kulturjahr 2007 gestaltete sich dann schwieriger, da der Erfolg von 1995 kaum zu übertreffen war. Dies war jedoch im Voraus klar, sodass man gleich eine andere Strategie anwandte, zum Beispiel sollte die Großregion stärker miteinbezog. Im Großen und Ganzen kam 2007 aber nicht an 1995 heran. Dies lag unter anderem am recht knappen Budget in den Regionen der Nachbarländer und an der Tatsache, dass die Grenzgänger nicht so einfach für das Kulturjahr zu begeistern waren.

Anschliessend ging Colette Flesch noch auf die Aussage Christian Mosars über die Funktion von Kunst in der Demokratie ein. Flesch zeigte sich mit der Meinung Mosars, laut der Kunst keine Funktion in der Demokratie habe, nicht gänzlich einverstanden. Kultur, und als Bestandteil der Kultur auch die Kunst, sei ein wesentlicher Bestandteil nationaler Identität und hängt somit auch eng mit Demokratie zusammen. Kultur ist ein konstitutives Element einer Nation und auch Europas.

Ferner müsse man bei der Diskussion dieser Frage zwischen Beamten und Politikern unterscheiden. Mosar hat diesen Unterschied, als er über die Aktion des luxemburgischen Botschafters gegen das Bild „the Marie-Adelaide Complex“ sprach, nicht gemacht. Des Weiteren sei, so Flesch, nicht sicher, ob der Botschafter in irgendeinem politischen Auftrag gehandelt habe oder ob die Bitte, das Bild anzuhängen nicht eher seiner persönlichen Neigung entsprach.

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