22.11.2018 um 19:00 Uhr
Abtei Neumünster, 28, rue Münster, Luxemburg-Grund

Der 11. November 1918: Erinnerung zwischen Erzählung und Geschichte – Diskussion

Der 11. November 1918: Erinnerung zwischen Erzählung und Geschichte – Diskussion

Der 11. November 1918:

Erinnerung zwischen Erzählung und Geschichte

Podiumsdiskussion mit Frederika Amalia Finkelstein,

Gerd Krumeich & Jacques Walter

22. November 2018
19:00 Uhr

Abtei Neumünster

In französischer Sprache mit Simultanübersetzung ins Deutsche

Eintritt 10 € | 5 € | 1,50 € (Kulturpass)

Tickets: www.neimënster.lu

 

 

Anlässlich des 100. Jahrestags des Waffenstillstands von 1918 stellen das IPW, die Universität Lothringen und Le Jeudi die Frage nach der Erinnerung ins Zentrum einer Veranstaltung. Wie lässt sich, sei es mit den Mitteln der Literatur, sei es mit denen der Geschichtswissenschaft, mit der Grausamkeit des Krieges umgehen? Eine junge Autorin, ein Historiker sowie ein Informations- und Kommunikationswissenschaftler werden sich in einer Diskussionsrunde mit dieser Frage befassen. Wie kann Geschichte heute erzählt werden? Wie kann der Pflicht zur Erinnerung heute nachgekommen werden?

Dieses Projekt findet im Rahmen eines Konferenzzyklus statt, der Europa zwischen Geschichten und Geschichtsschreibung hinterfragt. Im Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften haben kognitive Ansätze hinreichend gezeigt, inwieweit sich unsere Realitätswahrnehmung auf der Konstruktion von Erzählungen, auf einem narrativen Gerüst, stützt. Ausgehend vom Blickwinkel der „Euro-Erzählungen“ geht es also darum, verschiedene, diskursive Schichten zu Europa aufzugreifen, um darauf aufbauend folgende Problemstellungen zu formulieren:

Wie wird Europa in den Erzählungen dargestellt?

Wie regt Europa selbst die Entstehung von Erzählungen, von europäischen Werken, an?

Wie kann man eine europäische Geschichte aufbauen?

 

Frederika Amalia Finkelstein, Autorin, studierte Philosophie in Paris. „L’Oubli(L’Arpenteur, 2014) ist ihr erster Roman. Dieser bewegt sich zwischen Essay und Fiktion und befasst sich mit der Shoah, wobei sich die Autorin einer neuen Konzeption der Erinnerung bedient. Vom Literaturnobelpreisträgers J.M.G Le Clézio wurde sie dafür sehr gelobt. Ihr zweiter Roman „Survivre (Gallimard, 2017) untersucht die Attentate vom 13. November, eine „Hommage an diese Generation, die mit Bildschirmen aufgewachsen, ultravernetzt, aber dennoch einer immensen Einsamkeit ausgesetzt ist“.

Gerd Krumeich ist Vorstandsmitglied des Forschungszentrums des Museums „Historial de la Grande Guerre“ in Péronne, Mitglied des wissenschaftlichen Rates der „Mission 100. Jahrestag“, Mitherausgeber der „l’Encyclopédie de la Première Guerre mondiale“, Experte für Erinnerungsorte – insbesondere für die des Ersten Weltkriegs – sowie emeritierter Professor für Geschichte an der Heinrich-Heine Universität Düsseldorf und Professor am „Institut d’histoire du temps présent“. Seine zahlreichen Arbeiten beschäftigen sich mit den Übermittlungsarten von Erinnerung sowie Geschichtsvermittlung.

2018 erschien das Buch „Die unbewältigte Niederlage: Das Trauma des Ersten Weltkriegs und die Weimarer Republik“ im Herder Verlag. Darin dokumentiert der Historiker, wie vor 100 Jahren Nationalisten mit Lügen und Verschwörungstheorien die deutsche Demokratie bekämpften. Lesen sie hier eine Rezension der Süddeutschen Zeitung.

Jacques Walter ist Professor für Informations- und Kommunikationswissenschaften an der Universität Lothringen (Metz, Frankreich), Direktor des „Centre de recherche sur les médiations“, Mitherausgeber der Zeitschrift „Questions de communication“. Als Experte für die Mediatisierung von Konflikten sowie für erinnerungsbezogene Vermittlung ist er in mehreren Forschungsprogrammen involviert (davon eines über den 13. November) und er ist Autor oder Co-Autor zahlreicher Artikel und Werke. Darunter: „La Shoah à l’épreuve de l’image“ (Presses universitaires de France, 2005) ; gemeinsam mit Béatrice Fleury, „Qualifier des lieux de détention et de massacre“ (4 vol., Presses universitaires de Nancy, 2008-2011),  sowie „Vie d’objets, souvenirs de guerre“ (Ed. universitaires de Lorraine, 2015).

 

Organisiert vom Institut Pierre Werner in Zusammenarbeit mit der Université de Lorraine, dem Centre de recherche sur les médiations (CREM) und Le Jeudi

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