30.11.1999

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Großregion – Franz Clement

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Großregion – Franz Clement

Obwohl Grenzgänger zum Bild Luxemburgs gehören, sind sie an einer Stelle kaum zu vertreten: Franz Clement, Forscher bei CEPS-Instead, bedauert das mangelnde Bewusstsein der Grenzgänger für den Sozialdialog in Luxemburg. Trotz der großen Anzahl an zu meist gut ausgebildeten Grenzgängern – Luxemburg habe ein Defizit an hoch qualifizierten Arbeitnehmern – scheinen sie an der Mitbestimmung ihrer Arbeitsverhältnisse und ihrer Repräsentation gegenüber dem Staat und den Arbeitgeberverbänden kaum Interesse zu haben. Der Soziologe erklärt sich dieses Phänomen mit Sprachbarrieren und mangelnder Zeit. Dabei gebe es eine Institution, das „Chambre des salariés“, welches die Arbeitnehmer sehr gut vertrete und auch an der Ausarbeitung neuer Gesetze beteiligt sei. Alle 5 Jahre haben die Arbeitnehmer die Möglichkeit ihre Vertreter zu wählen. Die einzige Voraussetzung für eine Beteiligung an der Wahl oder eine Kandidatur sei ein luxemburgischer Arbeitsvertrag. Dennoch nähmen kaum Grenzgänger an den Wahlen teil, was vor allem an Unwissenheit über die Institution und das Wahlverfahren liege, welches verhältnismäßig schwer zu durchschauen sei.

Die luxemburgische Regierung müsse unbedingt Anstrengungen unternehmen, um die Grenzgänger mit einzubeziehen. Das sei insbesondere wichtig, weil ihre Anzahl sehr hoch sei und der luxemburgische Sozialdialog in Zukunft nicht so friedlich und Luxemburg nicht so attraktiv bleiben werde.

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