27.10.2016

Christian Kracht

Christian Kracht

Der 1966 in der Schweiz geborene Christian Kracht zählt zu den modernen deutschsprachigen Schriftstellern. Sein Debütroman „Faserland“ wurde bei seinem Erscheinen 1995 zur Sensation und einer Generation von AutorInnen zum Vorbild. Mit dem in der iranischen Revolution beginnenden und in einem chinesischen Umerziehungslager endenden Roman „1979“ (2001) sowie mit dem Entwurf einer Alternativgeschichte des 20. Jahrhunderts in „Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten“ (2008), die im Abgesang auf die Moderne und die Menschheit insgesamt endete, legte Kracht zwei Prosatexte vor, die zu den gewagtesten, herausforderndsten literarischen Arbeiten der Gegenwart gehören. Dass Christian Kracht, wie Volker Weidermann (FAZ) schreibt, „der wohl komplizierteste Ironiker der deutschen Gegenwartsliteratur“ ist, und zudem einer der wichtigsten Intellektuellen der Gegenwart ist, lässt sich auch an seinem urkomischen und zugleich urtraurigen Roman „Imperium“ aus dem Jahr 2012 ablesen: Kracht wählt darin das Leben des fränkischen Weltverbesserers August Engelhardt, der um 1900 in die Südsee reiste und an der dortigen Peripherie des deutschen Kolonialimperiums eine Kolonie von Kokosnussanbetern gründete, zum Vorbild für eine ebenso unterhaltsame wie komplexe Tour de Force durch die Geschichte des 20. Jahrhunderts. Mit diesem Roman schaffte er auch den Durchbruch in den USA, was nur selten deutschsprachigen AutorInnen gelingt. So wurde „Imperium“ von Publishers Weekly unter die zehn besten Büchern des Jahres 2015 und von der Huffington Post unter die 10 besten Romane des Jahres 2015 gewählt. Mit „Die Toten“ schaffte Kracht es sowohl auf die Spiegel-Bestsellerliste als auch auf die SWR-Bestsellerliste.

2016 erhält er den Hermann Hesse Literaturpreis. Seine Romane wurden insgesamt in 30 Sprachen übersetzt und mehrfach für die Theaterbühne adaptiert. 2014 schrieb Kracht zusammen mit seiner Frau Frauke Finsterwalder das Drehbuch zum Spielfilm „Finsterworld“ und erhielt dafür sowohl den Preis der Deutschen Filmkritik als auch die Nominierung für das beste Drehbuch des Deutschen Filmpreises.

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