21.03.2018 um 19:00 Uhr
Abtei Neumünster, 28, rue Münster, Luxemburg-Grund

Can Dündar. Über Zensur und Meinungsfreiheit

Can Dündar. Über Zensur und Meinungsfreiheit

Can Dündar

Im Gespräch mit Caroline Mart

Über Zensur und Meinungsfreiheit

Mittwoch, 21. März 2018

19 Uhr

Abtei Neumünster

In türkischer und englischer Sprache mit Simultanübersetzung

Eintritt: 10 € / 5 € / 1,50 € (Kulturpass)

Tickets: Vorverkauf nur telefonisch (+352 26 20 52 444) und nur bis zum 18. März. Tickets werden nur personalisiert verkauft und können nicht auf andere übertragen werden. Aus Sicherheitsgründen werden ab dem 19. März keine Tickets mehr verkauft. Es gibt keine Abendkasse. 

Bitte kommen Sie aufgrund des erhöhten Sicherheitsaufwands rechtzeitig zur Veranstaltung. Einlass ab 18:15 Uhr. Die Türen schließen um 19:00 Uhr. Danach ist kein Einlass mehr möglich. Wir bitten Sie höflich darum, sich am Abend der Veranstaltung auszuweisen. 

Wir entschuldigen uns im Voraus für eventuelle Unannehmlichkeiten und danken für Ihr Verständnis. Die besonderen Sicherheitsanforderungen verlangen von uns, bei dieser Veranstaltung besonders wachsam zu sein.

 

Er ist Streiter für Meinungsfreiheit und Kämpfer gegen Zensur: Das IPW präsentiert den türkischen Journalisten Can Dündar zu einem Gespräch mit der luxemburgischen Journalistin und Moderatorin Caroline Mart über die aktuellen Entwicklungen in der Türkei, sein Exil in Berlin, den täglichen Kampf gegen Lügen und Verleumdungen sowie die Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Der ehemalige Chefredakteur der Tageszeitung „Cumhuriyet“, die 2016 mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet wurde, saß wegen seiner mutigen Berichterstattung über Waffenlieferungen des türkischen Geheimdienstes nach Syrien drei Monate in türkischer Einzelhaft, wurde zu fünfeinhalb Jahren Gefängnis verurteilt und ist nur knapp einem Mordanschlag entkommen. Wäre er während des Putschversuchs in der Türkei im Juli 2016 nicht im Ausland gewesen, säße er jetzt mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder im Gefängnis. Doch Dündar ging ins Exil und setzte seinen Kampf für die Pressefreiheit in seinem Land von Berlin aus fort. In seinem jüngsten Buch, „Verräter. Von Istanbul nach Berlin. Aufzeichnungen im deutschen Exil“ (Hoffmann und Campe, 2017), erzählt er von den Ereignissen, die sich in dem letzten halben Jahr nach seiner Freilassung aus der Untersuchungshaft überschlagen haben: Prozess, Attentat, Urteil, der Putschversuch in seiner Heimat, seine Flucht nach Deutschland, sein Exil in Berlin. Dort führt er ein Leben zwischen Preisen und Anerkennungen, Bedrohungen und Anfeindungen, denn er kämpft weiter für eine demokratische, westlich orientierte Türkei.

 

Can Dündar, geboren 1961, studierte Journalismus in Ankara und London und promovierte 1996 in Politikwissenschaften. Dündar schrieb für diverse Zeitungen, publizierte über zwei Dutzend Bücher und produzierte 16 Fernsehdokumentationen. Er war bis 2016 Chefredakteur der renommierten Tageszeitung „Cumhuriyet“ und schreibt seit Sommer 2016 die Kolumne „Meine Türkei“ in der Wochenzeitung „Die Zeit“. Dündar erhielt zahlreiche Preise, darunter 2016 den Leuchtturm-Preis des Netzwerks Recherche und den Hermann-Kesten-Preis des PEN-Zentrums Deutschland, 2017 die Goldene Victoria für Pressefreiheit des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger, den Gustav-Heinemann-Bürgerpreis der SPD, den Prix Europa als Europäischer Journalist des Jahres, den Siebenpfeiffer-Preis, den Lew-Kopelew-Preis sowie zuletzt den internationalen Whistleblower-Preis. Dündar lebt und arbeitet zurzeit in Berlin, seine Frau weiterhin in Istanbul. Ihr wurde die Ausreise verweigert.

Caroline Mart, geboren 1960, ist eine luxemburgische Journalistin. Seit 1985 arbeitet sie bei RTL, wo sie zunächst als Radioredakteurin und -moderatorin tätig war, bevor sie zum Fernsehen wechselte. Hier war sie lange Zeit Kultur- und Nachrichtenchefin. Seit 2007 ist sie stellvertretende Chefredakteurin von RTL Télé Lëtzebuerg. Alle zwei Wochen moderiert sie die TV-Talksendung „Kloertext“, eine Diskussionsrunde zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Themen.

 

„Exil Deutschland – Abschied von der Türkei“: Eine Dokumentation von ARTE über Can Dündar

 

Organisiert vom Institut Pierre Werner

mit der Unterstützung von neimënster.

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