22.05.2014

Aharon Appelfeld

Appelfeld

 

Aharon Appelfeld ist ein israelischer Schriftsteller. Er wurde 1932 in der Nähe von Czernowitz geboren, welches damals Teil von Rumänien war und heute zur Ukraine gehört. Die Stadt war damals ein Zentrum multikulturellen und jüdischen Lebens in Osteuropa.1940 wurde Appelfelds Mutter während eines Pogroms ermordet. Die jüdische Bevölkerung Czernowitz’ wurde unter dem mit Nazi-Deutschland alliierten Regime Antonescus ins Lager nach Transnistrien deportiert. So auch Appelfeld und sein Vater. Dem späteren Schriftsteller gelang jedoch die Flucht. Er hielt seine jüdische Herkunft bis zum Ende des Krieges geheim, indem er sich als ukrainischer Hilfsarbeiter ausgab. 1946 wanderte er nach Palästina aus, lernte Hebräisch und entschied sich, auf dieser erst spät erlernten Sprache zu schreiben.

In seinen teilweise autobiografisch inspirierten Büchern setzt er sich mit dem Schicksal der Überlebenden des Holocaust auseinander. Er hat mehr als 40 Bücher verfasst, vor allem Erzählbände und Romane. International bekannt wurde er durch den Roman „Badenheim” (Hakibbutz Hameuchad, 1979). Sein Werk ist auch außerhalb Israels vielfach ausgezeichnet. 2004 erhielt er in Frankreich den Prix Médicis des Étrangers für seine Autobiographie „Geschichte eines Lebens” (Keter, 1999), 2005 in Deutschland den Nelly-Sachs-Preis.

 

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